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Wettsteinvilla bereits wieder leer

Bereits heute Samstag hat der Eigentümer der Villa an der Wettsteinallee 40, die Christoph Merian Stiftung, ohne Verhandlungen mit sofortiger Räumung gedroht und die Polizei alarmiert. Wir haben daraufhin das Gebäude im letzten Moment friedlich verlassen.

Damit steht die grosse Villa wieder ungenutzt leer. Begründet wurde das kompromisslose Vorgehen der Stiftung unter anderem damit, dass das Haus noch vermietet sei – was korrekt ist, während Arbeitstagen wird ein (!) Raum der Villa als Baubüro genutzt. Dieser Nutzung wären wir nicht im Weg gestanden, das Gebäude ist gross genug.

Die Christoph Merian Stiftung charakterisiert sich auf ihrer Homepage so:

Die Aufgabe der Christoph Merian Stiftung ist es, sich für Menschen in Not, für eine gesunde Umwelt, für die Lebensqualität und die Kultur in Basel einzusetzen.

Wie sie das tun will, indem sie Häuser mit viel Potenzial leerstehen lässt und schliesslich an Private verkauft, bleibt uns ein Rätsel. Dass der Stiftung privatwirtschaftliche Interessen wichtiger sind als «Kultur in Basel» oder das Einsetzen für «Menschen in Not» hat sie heute bewiesen. Im Zweifelsfall droht die Stiftung, ihre profitorientierten Interessen ohne Verhandlungen mit polizeilichen Massnahmen durchzusetzen.

Wir sind zwar aus der Wettsteinvilla ausgezogen, doch wir haben nicht aufgegeben. Ihr werdet wieder von uns hören.

Besetzung der Villa an der Wettsteinallee 40

In diesem Moment besetzen wir die Villa an der Wettsteinallee 40.

Das Haus ist im Besitz der Christoph Merian Stiftung. Jahrzehntelang wurde es als Künstlerhaus betrieben und hat eine grössere Wohngemeinschaft beherbergt. Da das Haus laut der Christoph Merian Stiftung baufällig sei, soll es an eine Privatperson verkauft und teuer und aufwendig renoviert werden. Einmal mehr wird die Privatisierung eines zuvor halböffentlichen Raumes geplant.

Seit Jahren verschwinden Freiräume und stattdessen schiessen Büroflächen und luxuriöse Wohnüberbauungen für die erwünschten «neuen Steuerzahler» und zugunsten der «sozialen Stadtaufwertung» aus dem Boden. Während 80 000 m2 Büroflächen leerstehen, fehlt es in der Region an bezahlbarem Wohnraum und selbstbestimmtem Freiraum für Jung und Alt.

Aus diesen Gründen nehmen wir uns das Haus an der Wettsteinallee 40 zurück. Von der Stadt und den Institutionen wünschen wir uns nichts – wir nehmen uns den Raum, den wir brauchen.

Von nun an füllen wir die Räume mit unseren Ideen. Wir schaffen Raum für die Entstehung einer autonomen Schule, einen Ort für Diskussionen, Film, Konzerte, selbstbestimmten Wohnraum und Platz für «Niedrigkultur».

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